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Podiumsgespräch „Zivilcourage – gestern und heute“

Im Rahmen der laufenden Ausstellung „Oskar und Emilie Schindler“ hatte der Förderverein der Oskar-Schindler-Gesamtschule e.V. zu einem Podiumsgespräch zum Thema „Zivilcourage“ eingeladen. Unter der Gesprächsführung von Hartwig Kemmerer diskutierten Dr. h.c. Lore Auerbach, Dr. Andreas Pudlat und der ASTA-Vertreter Pascal Kubat über die Bedeutung des Begriffs aus ihren persönlichen Blickwinkeln.

Eingangs berichtete Lore Auerbach als Ehrenbürgerin der Stadt Hildesheim über die Gründe der Emigration ihrer in Gewerkschaft und SPD aktiven Eltern 1933 nach Amsterdam und der sich 1939 anschließenden Flucht nach England.

Dr. Andreas Pudlat, stellvertretender Leiter des Instituts für Geschichte an der Uni Hildesheim, näherte sich der Fragestellung zunächst wissenschaftlich während sich der Student der Erziehungswissenschaften Pascal Kubat als Vertreter der jüngeren Generation direkt den Fragen von Hartwig Kemmerer stellte.

Einig waren sich alle Beteiligten darin, dass das von Oskar und Emilie Schindler im Dritten Reich für ihre jüdischen Arbeiterinnen und Arbeiter gezeigte Engagement deutlich zeigt, dass Zivilcourage kein Privileg von „Gutmenschen“ ist. Die Persönlichkeit Oskar Schindlers, der ganz besonders auch für seine Untreue und als Casanova bekannt war, zeige sehr deutlich, dass man keine Ikone sein müsse, um Zivilcourage zu zeigen.

Im Verlauf späteren Verlauf der Diskussion wurde unter Einbeziehung des Publikums lebhaft darüber diskutiert, was Schule dazu beitragen kann und sollte, Kindern und Jugendlichen das erforderliche Rüstzeug für ein empathische Eintreten für Schwächere mitzugeben. Die Diskussionsteilnehmer kamen im Rahmen dieser Diskussionsphase zu dem Ergebnis, dass neben einem eigenen Selbstbewusstsein und der Fähigkeit, sich in die Situation anderer Personen versetzten zu können, eine grundlegende humanistische Einstellung die Basis für unerschrockenes und couragiertes Eintreten für andere Personen oder Gruppen darstellen.

Abschließend gab das Forum den anwesenden Lehrkräften und Eltern der Oskar-Schindler-Gesamtschule, deren Schülerschaft es im vergangenen Schuljahr durch eigenes Engagement gelungen war, die Auszeichnung „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ zu erhalten, die besten Wünsche für die Zukunft der Schule mit auf den Weg.